Wenn wohnen in München zum Luxus wird

Anda Luiza Reisen

Wenn wohnen in München zum Luxus wird

Jeder möchte ein Dach über dem Kopf — es ist zu einem Grundbedürfnis geworden. Doch in großen Städten wie Regensburg, Nürnberg oder sogar direkt in München ist das wohnen ein Luxus geworden. Die Mieten werden immer teurer.

Eine Studie der bayerischen Landesbodenkreditanstalt nach, fehlen momentan 388.000 Wohnungen im Freistaat Bayern. Im Schnitt werden jedes Jahr circa 45.000 neue Wohnungen benötigt. In den Ballungszentren gibt es beinahe kaum eine Chance. Sofern der Bürger kein höheres Einkommen hat, wird es umso schwerer eine Wohnung zu bekommen.In München warten zum gegenwärtigen Zeitpunkt über 30.000 Menschen auf eine Sozialwohnung. Allerdings können pro Jahr nur 2.800 Wohnungen vergeben werden. Das steht in keiner Relation mehr zu Angebot und Nachfrage. In Nürnberg haben über 8.000 Menschen keine sozial geförderte Wohnung erhalten, obwohl es hierauf einen Anspruch gibt.

Warum der Wohnungsneubau nicht sinnvoll ist

Es dauert Jahre bis neue Wohnungen entstehen. Ein gutes Beispiel gibt es in München zu sehen, genauer gesagt im Domagkpark, im Münchner Norden gelegen. 1992 hat die Stadt begonnen mit den ersten städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen — etwa 20 Jahre später im Jahr 2013 entstand der erste Neubau.

Es dauert in München wahnsinnig lange, bis entsprechende Flächen überplant sind, bis es gebaut ist und bis die Menschen auch wirklich die Wohnungen beziehen können. Es vergehen in diesem Prozess Jahre.

Es ist jedoch gelungen, dass im neuen Viertel Sozialwohnungen eingerichtet worden sind. Hier liegt der Quadratmeterpreis bei unter sechs Euro. Das ist für diese Verhältnisse sehr günstig, denn der Durchschnitt liegt bei 20 Euro.

Der Wohnungsbau ist aber von den Bauträgern oftmals gar nicht gewollt. Der Bau von Gewerbeimmobilien ist vor allem in Ballungszentren viel lukrativer. Ein Bürogebäude bringt viel mehr Geld in die Kassen als ein Wohnungskomplex.

Bayern plant 500.000 Wohnungen bis 2025

Der Freistaat hat das Problem längst erkannt und zwischen 2019 und 2020 möchte Bayern über 1,7 Milliarden Euro investieren. Bis ins Jahr 2025 sollen 500.000 neue Wohnungen gebaut werden. Das bayerische Verkehrsministerium hat berichtet, dass 2018 bereits Baugenehmigungen für 70.000 Wohnungen erteilt worden sind.

Die Baugenehmigung ist zwar erteilt, aber ob letztendlich doch gebaut wird, stellt sich heraus. Laut dem Landesamt für Statistik wurden etwa 10.000 genehmigte Wohnungen nicht erbaut.

Not macht erfinderisch

An allen Ecken wird nach einer guten und individuellen Lösung gearbeitet. Jetzt gibt es die ersten Projekte wie „Tiny Houses“ — hier hat ein Häuschen höchstens 30 Quadratmeter. Ein weiterer Lösungsansatz ist, dass bereits existierende Häuser erhöht werden. Die Dachaufstockung könnte in ganz Deutschland für mehr als 1,5 Millionen Wohnungen sorgen. Das aber auch nur, wenn die Bauten von den jeweiligen Städten genehmigt werden und auch der Brandschutz gewährleistet bleibt.

Nicht nur die Wohnungen sind teuer

Ich bin oft und gerne auf Rundreisen. Jedoch habe ich noch keine so hohen Preise erlebt, wie es in München der Fall ist. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, aber jede Dienstleistung ist im Vergleich zu Städten außerhalb von München im Schnitt 20 Prozent teurer.

Zudem ist München auch sehr unpersönlich — hier ist man auf sich allein gestellt. Wenn die Tür hier einem zufällt, dann ist das nicht so, wie auf dem Dorf, dass der Nachbar noch einen Zweitschlüssel hat. Es muss der Schlüsseldienst gerufen werden, mehr Informationen zu Schlüsseldienst München gibt es auf dieser Seite.

Für Familien ist München momentan ein ungeeigneter Standort um sich zu entfalten. Der Wohnungsbau kann hoffentlich dafür sorgen, dass die Familien in Zukunft nicht mehr aus München abwandern.